Innere Kommunikation

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Kennst du diese Momente der absoluten Übereinkunft mit dir selbst? Als ginge urplötzlich eine Tür in dir auf, weißt du ganz klar, was zu tun ist. Du erkennst die Richtung, in die dein Leben geht, oder das stimmigste Verhalten in einem aktuellen Konflikt fällt dir ein. Der nächste Schritt liegt überdeutlich vor dir und du musst ihn nur noch gehen, der Kraft folgen. Kein Zweifel mehr. Kein Suchen nach der Antwort, weil du sie ganz deutlich fühlen, sehen und denken kannst. Wow.

Danach siehst du dein Leben irgendwie mit anderen Augen. Du fühlst dich wie reingewaschen. So ganz und gar bei dir, klar und ruhig. Kommt dir das bekannt vor?

Manchmal läuten solche Momente eine große Veränderung ein, manchmal ist es nur ein kleiner Kurswechsel, der sich daraus ergibt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in der Regel höchst selten vorkommen und etwas wirklich Besonderes sind.

Wir erinnern uns aber auch deshalb so gut an diese Augenblicke der Klarheit, weil sie tief gehen. Es ist ein purer, inniger Kontakt mit uns selbst, der sich da ohne Vorwarnung entfaltet und wir können durch alle Schichten hindurch auf unseren Wesensgrund blicken. Dorthin, wo wir bereits alle Antworten kennen – in den Kern unserer Seele.

Keine Frage: Das zu erleben ist erhebend! Ich war und bin immer unglaublich dankbar über diese Impulse aus meiner Tiefe. Sie weisen mir die Richtung, bestärken mich in meinem Tun und bringen so eine unerschütterliche Klarheit in mein Leben. Leichtigkeit und Frieden stellen sich ein und beflügeln mich.

Nur eine Frage ließ mich seit meinem 14. Lebensjahr nicht los:

Wenn wir Menschen doch zu einer so tiefen Verbindung mit uns selbst (und anderen!) in der Lage sind – warum können wir nicht wie selbstverständlich darauf zurückgreifen? Es als Werkzeug für unser Leben nutzen? Mit „Werkzeug“ meine ich hier etwas, was systematisch, schnell und effizient einsetzbar ist, egal, wo ich mich befinde; was ich einfach nutzen kann, wenn ich es brauche. Ohne mir viel Zeit und Energie freischaufeln oder neue Gewohnheiten etablieren zu müssen.

Das muss es doch geben, dachte ich mir. Wir könnten so viel mehr im Einklang mit uns selbst leben und uns eine Menge Umwege ersparen!

Notiz am Rande: Ja, manche Umwege sind wichtig für unsere Entwicklung.Wie heißt es so schön: „Wenn Gott dir ein Geschenk machen will, verpackt sie es in ein Problem. Je größer das Problem, desto größer das Geschenk!“. Das ist wohl Teil des Lebens und daher völlig okay. Ich wage aber die Behauptung, dass die allermeisten unserer Umwege unnötig sind und uns obendrein eine Menge Geld und Energie kosten. Eigentlich wissen wir doch oft, was richtig ist. Und tun dann doch das Andere… warum? Fehlt da vielleicht eine Stimme, der wir rückhaltlos vertrauen und die uns bestärkt in unserem intuitiven Wissen?

Ich wollte das unbedingt herausfinden und begann zu forschen. Ich meditierte darüber beim Yoga, in der Natur, bei der Arbeit als Bio-Landwirtin. Ich tanzte exzessiv, lernte systemische Methoden kennen und erforschte Beziehungen. Ich lauschte oft in mich hinein und übte mich in Achtsamkeit. Das alles tue ich bis heute und es bereichert mein Leben ungemein – aber ein wirklich alltagstaugliches Werkzeug, um mit meiner Seele zu kommunizieren, war das alles nicht. Spätestens seit ich Mutter bin, fehlen mir am Ende meistens die Kraft und die Zeit, um mich wirklich länger in Stille zu begeben und mir ausgiebig zu lauschen. Hm.

Was also tun?

Dann führten mich meine Wege zur Spirituellen Geburtsbegleitung. Grundbestandteil dieser Arbeit und der Ausbildung ist die Innere Kommunikation nach Sita Kleinert. Sobald ich in das Wissen eingeweiht war, wusste ich:

Ich habe die Antwort auf meine Frage gefunden. Da ist es, das Werkzeug.

Mir eröffnete sich ein innerer Weg, den ich nun jederzeit gehen kann, um nicht nur mit meiner Seele, sondern auch mit meinen geistigen Begleitern zu kommunizieren. Alle Schichten von Gedanken, Gefühlen, Vorstellungen und was mich sonst von mir ablenkt, weichen beiseite und geben den Blick frei auf meinen Seelengrund. Ich kann dort jede Frage stellen und erhalte immer eine Antwort, die mich im Kern berührt, weil sie direkt aus mir selbst kommt. Alles, was ich auf dieser Ebene erfahre, spiegelt meine ureigenste Wahrheit wider, der ich seit Langem verpflichtet bin. Nun kann ich sie auch hören – und brauche dazu nur einen kleinen Moment der Stille. Manchmal reichen 30 Sekunden und die Antworten, die ich bekomme, sind wirklich (!) gut. Sie treffen zielgenau ins Schwarze und zeigen mir das Wesentliche.

Das Schöne an dieser Art der Kommunikation ist nicht nur der tiefere Kontakt zu mir selbst. Ich kann nun nicht nur meiner eigenen Seele wie selbstverständlich lauschen, sondern auch die Brücke zu anderen Menschen über diesen Weg schlagen. Zuhören, welches Lied ihre Seele singt. Sie in ihrer Tiefe verstehen. Das erkennen, was sie wirklich wollen und was sie darin am besten unterstützt. Und das generiert nichts Geringeres als: Liebe.

Wie würde es sich anfühlen, in einer Welt zu leben, in der wir Menschen uns wahrhaftig begegnen, weil wir uns gegenseitig in unserem ganzen Licht erkennen? Was würde sich verändern, wenn wir uns ganz selbstverständlich mit dem Herzen sehen würden? Aus der Liebe heraus, die sich dabei entfaltet, könnten wir handeln.

Wie würde unsere Welt wohl aussehen?

Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein, aber mein Erleben bestätigt es mir täglich: Innere Kommunikation funktioniert mit allen. Mit dir selbst und deinem*deiner Partner*in, Kindern und Eltern, Freunden und Fremden, sogar mit deinem ungeborenen Kind.

Und: Du kannst das lernen. Es geht überraschend leicht. Mehr dazu hier.

(Copyright) Sabeth Fladt, 2021 – Bild: Kun Fotografi/Pexels

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